Synonym(e)
Definition
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Klinisches Bild
Bevorzugt ist das Capillitium betroffen; hier gekennzeichnet durch eine wenig scharf begrenzte, flächige Rötung (diese kann auch komplett fehlen) mit feiner, nicht festhaftender, weißer Kopfschuppung. Die Haaransatzgrenzen werden im Gegensatz zum seborrhoischen Ekzem meist überschritten. Juckreiz fehlt oder ist nur gering ausgeprägt.
Gesicht: Betroffen sind die zentrofazialen "seborrhoischen Hautareale" wie Stirnmitte und Perninasalregion, mit gelb-roten, marginierten, schuppigen, kaum elevierten Plaques mit unterschiedlichem Schuppenbesatz.
Rumpf: Befall der zentralen seborrhoischen Zonen (Schweißrinnen im Sternalbereich, entlang der Wirbelsäule, Schultergürtel). Es zeigen sich figurierte, wenig oder überhaupt nicht juckende, unterschiedlich intensiv schuppende, meist ortsständige, scharf begrenzte, rote oder rot-braune Flecken, Papeln oder konfluierte Plaques.
Diagnose
- Definition: Seltener Psoriasis-Typ. Eminent chronische, stabile und ortstreue (Plaque-) Psoriasis, die in den seborrhoischen Zonen und am Capillitium auftritt.
- Ätiologie: wie bei Psoriasis, mit multifaktorieller Vererbung bei unvollständiger Penetranz
- Klinik: scharf begrenzte, symmetrische, nur gering konsistenzvermehrte (manchmal kaum als Plaque tastbar), homogen ausgefüllte, aber auch anuläre, pityriasiform schuppende, ortstreue Plaques
- Leitsymptomatik: schuppende, kaum elevierte, scharf begrenzte Plaques (Schuppung je nach Vorbehandlung unterschiedlich stark ausgeprägt)
- Lokalisation (in der Reihenfolge der Häufigkeit): Capillitium, zentrofazioale Gesichtspartien, Sternalbereich
- Verlauf: chronisch stationär, saisonale Besserung im Sommer
- Assoziierte Symptome: Juckreiz nur selten
- Hinweise: Alkohol und Rauchen sind Triggerfaktoren für eine Psoriasis.
- Histologie: Parahyperkeratose, leichte Akanthose und Papillomatose, keine Munro-Mikroabszesse
- Labor: ohne Relevanz, DD Tinea (Mykologie)
- DD: mikrobielles Ekzem, seborrhoisches Ekzem
- Prognose: Jahrelanger, rezidivierender Verlauf ist zu erwarten. Spontanheilungen möglich.
- Therapie:
- lokal: Vitamin D3-Analoga, Glukokortikoide, UVB
- systemisch: low-dose Fumarate p. o., TNF-alpha-Blocker
Therapie
Kopfherde:
- bei leichtem Befall blande, eher austrocknende Shampoos wie Dermowas, Mineralsalzshampoos
- Bei mittlerem bis schwerem Befall haben sich antimykotische Präparate mit Azol-Derivaten wie Ketoconazol (Ket-Schuppenshampoo) oder Clotrimazol (SD-Hermal Minutencreme), Ciclopirox (z. B. Batrafen S Shampoo) oder Salicylsäure (Stieproxal) bewährt.
- alternativ teerhaltige Präparate wie LCD 5 % in Lygal Kopfsalbe oder ichthyolhaltige Präparate wie Ichthosin Creme oder Ichthoderm Creme
- Zinkpyrithion- oder Selendisulfid-haltige Shampoos wie z. B. Desquaman können hilfreich sein.
- Bei stark entzündlicher Komponente können kurzfristig (!) auch topische Glukokortikoide (z. B. Pandel Creme, Ecural Fettsalbe oder Lösung) eingesetzt werden. Evtl. Kombinationspräparate von Glukokortikoiden mit Teerzusatz (z. B. Alpicort), keratolytisch wirkende Präparate mit Salicylsäure (z. B. R155 ) oder abschuppende Shampoos wie Criniton Haarwäsche.
Gesichtsherde:
- Erfolgreich sind Antimykotika wie Ketoconazol- oder Ciclopirox-haltige Cremes (z. B. Nizoral Creme, Batrafen Creme). Keine zu fetten Salbengrundlagen!
- Alternativ können 1–2 %ige Metronidazol-Cremes (z. B. Metrocreme, R167) oder Gele (z. B. Metrogel), Antibiotika-haltige Externa wie 1–2 %ige Erythromycin-Creme (R084, Aknemycin) oder -Lösung (z. B. Stiemycine Lösung, R086) eingesetzt werden. Bei Exazerbation kurzfristig (!) Glukokortikoidcremes wie 1 %iges Hydrocortisonbuteprat (Pandel Creme) oder 0,05 %ige Betamethason-V Lotio (R030).
- Gute Behandlungsergebnisse wurden durch Therapie mit Tacrolimus (Protopic Salbe) bzw. Pimecrolimus (Elidel) erzielt.
Körperherde:
- Antimykotika wie Ketoconazol-haltige Cremes (z. B. Nizoral Creme). Auch hier keine zu fetten Salbengrundlagen! Hilfreich ist mitunter auch eine 2 %ige Clioquinol-Lotion (R050), versuchsweise Lithium-haltige Salben (z. B. Efadermin). Nur bei Exazerbation kurzfristig (!) Glukokortikoid-Cremes (Glukokortikoide, topische).
- Zur Hautreinigung alkalifreie Waschmittel (z. B. Eucerin), Badezusätze wie Weizenkleie-Haferstro-Extrakt (z. B. Silvapin)
- Gutes Ansprechen ist von einer begleitenden UV-Therapie zu erwarten. Langsame Dosissteigerung ist zu empfehlen.
Verweisende Artikel (1)
Seborrhiasis;Weiterführende Artikel (26)
Antibiotika; Antimykotika; Betamethasonvalerat; Betamethasonvalerat-Emulsion hydrophile 0,025/0,05 oder 0,1% (NRF 11.47.); Ciclopirox; Clioquinol; Clioquinol-Lotio 0,5–5%; Clotrimazol; Erythromycin; Erythromycin-Creme hydrophile 0,5/1/2 oder 4% (NRF 11.77.); ... Alle anzeigenDisclaimer
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