Bursae pastoris herba

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Zuletzt aktualisiert am: 06.04.2025

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Synonym(e)

Bauernsenf; Beutelschneiderkraut; Blutkraut; Gänsekresse; Herba Bursae pastorius; Herba sanguinariae; Herbe de bourse à pasteur; Herbe de molette; Herzelkraut; Hirtentäschelkraut; Säckelkraut; Täschelkraut; Taschenknieper

Definition

Bursae pastoris herba, auch Hirtentäschelkraut genannt, ist eine Droge die in pflanzlichen Arzneimitteln unter anderem zur Behandlung von oberflächlichen Hautverletzungen und Menorrhagien eingesetzt werden.

Die Qualität ist im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) festgelegt.

HMPC-Monographie: Traditional-use: starke Menstruationsblutungen bei normalem Menstruationszyklus
ESCOP: nicht bearbeitet
Kommission E-Monographie: Intern: leichterer Menorrhagien (ver­stärkte und verlängerte Regelblutungen), Metrorrhagien (Dauerblutungen); Extern: Nasenbluten, oberflächliche, blutende Hautverletzungen.

Erfahrungsheilkunde: Nasenbluten, Dysmenorrhoe, Unterstützung der Magenfunktion. Einsatz bei Gebärmutterblutungen heute obsolet.

Inhaltsstoffe

Bursae pastoris herba enthält Flavonoide (u.a. Diosmin, Rutosid), Phenylcarbonsäuren, biogene Amine (darunter Tyramin und Acetylcholin).  

Wirkungen

Bursae pastoris herba besitzt hämostyptische, blutdrucksenkende (nur bei parenteraler Anwendung in niedriger Dosierung) und blutdrucksteigernde (nur bei parenteraler Anwendung in höherer Dosierung) Wirkungen.
Darüber hinaus werden dem Hirtentäschelkraut positiv inotrope und chronotrope, lokal hämostyptische Wirkungen sowie eine Steigerung der Uteruskontraktion zugesprochen.

Anregung der Kontraktion der Muskeln der Gebärmutter, Wehen - und Menstruations-fördernde Wirkung.

 

 

Anwendungsgebiet/Verwendung

Bursae pastoris herba wird bei leichter Menorrhagie, leichter Metrorrhagie, Nasenbluten und oberflächlichen, blutenden Hautverletzungen eingesetzt. Darüber hinaus findet es Anwendung bei starken Menstruationsblutungen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vorliegend. Cave: In der frühen Schwangerschaft Gefahr von Abort durch die kontraktionsfördernde Wirkung auf die Gebärmutter.

Dosierung

Die mittlere Tagesdosis liegt bei 10 bis 15 g der Droge, der Zubereitung entsprechend. Die Tagesdosis Fluidextrakt (entsprechen EB 6) liegt zwischen 5 und 8 g, für lokale Anwendungen 3 bis 5 g auf 150 ml Aufguss.

Teezubereitung: 10 g auf 100 ml heißes Wasser, 15 Minuten ziehen lassen.

3-5 Tage vor dem Zyklustermin und während der ganzen Zeit der Menstruation, nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geeignet.

Unerwünschte Wirkungen

Allergie gegen einen der Bestandteile, Abort in der frühen Schwangerschaft.

Kontraindikation

Kinder und Jugendliche 18 Jahren, Allergien gegen eine der Bestandteile. Schwangerschaft, v.a. frühe Schwangerschaft und Stillzeit.

Handelsnamen

Styptysat Bürger Drgs (ED 200mg)

Hinweis(e)

Die Tinktur sollte frisch zubereitet und die Droge trocken gelagert werden. 

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Schilcher H (Hrsg.) in, Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag (2016) München, S.158 f.
  2. https://arzneipflanzenlexikon.info/hirtentaeschel.php
  3. https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/draft-community-herbal-monograph-capsella-bursa-pastoris-l-medikus-herba-first-version_en.pdf
  4. Wenigmann M. (2017) Phytotherapie Arzneidrogen, Phytopharmaka, Anwendung. Urban & Fischer, S. 124-125
  5. https://heilkraeuter.de/lexikon/hirtenta.htm
  6. Blaschek W (2015) Wichtl-Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft München. S 131-132
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