Ringelblume

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Zuletzt aktualisiert am: 28.01.2025

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Synonym(e)

Butterblume; Calendula; Calendula officinalis; Common marygold; Feminell; Gartenringel; Garten-Ringelblume; Goldblume; Goldrose; Marienrose; Marigold; Regenblume; Ringelrose; Sonnwendblume; Souci; Souci des jardins; Stinkblume; Studentenblume; Totenblume; Weckbröselchen

Definition

Ringelblumen werden 30 bis 50 cm hoch, haben einen verzweigten, flaumig behaarten Stängel mit länglichen, filzig behaarten Blättern und großen, orangefarbenen Blütenköpfchen. Blütezeit Juni bis September.

Phytotherapeutisch zur Verwendung kommen die Blüten (Ringelblumenblüten - Calendulae flos).


Die im Handel befindliche Droge stammt vorwiegend aus Importen aus Polen, Ungarn und Ägypten.

Inhaltsstoffe

Ringelblumenblüten enthalten Flavonoide, Triterpenalkohole, Triterpensaponine, Caro­tinoide, Polysaccharide und ätherisches Öl.

Vorkommen

Herkunft und Verbreitung: Süd- und Osteuropa, Vorderer Orient. Heimat ist wahrscheinlich das Mittelmeergebiet.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Die Garten-Ringelblume ist eine alte Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler.

Herba Calendulae, das Ringelblumenkraut (getrocknete Blätter, Stängel und Blüten) wird von der Kommission E negativ beurteilt, d.h. eine therapeutische Anwendung wird nicht empfohlen.

Systemische Anwendung: Allgemein werden die Extrakte der Ringelblume wegen der spasmolytischen, choleretischen und diaphoretischen Wirkung nur  noch in geringem Umfange innerlich angewandt.

Äußerliche Anwendung: Fertigpräparate zum Gurgeln, Spülen und als Tee sowie Heilsalben, Wundtinkturen, Wundpuder, Hämorrhoidalsalben, Gingivitis- und Ulcus cruris-Präparate begründen ihre Verwendungsberechtigung auf ihre entzündungshemmende und granulationsfördernde Wirkung.

Neuerdings wird die Garten-Ringelblume wieder in vielen Bio- und Naturkosmetikbüchern angepriesen. 

Unerwünschte Wirkungen

Allergologische Information: Allergene unbekannt. Möglicherweise spielt das in der Struktur noch nicht identifizierte Sesquiterpenlakton Calendin eine Rolle. Sensibilisierungspotenz: Schwach. Sensibilisierungshäufigkeit: Selten (neuerdings jedoch häufiger beobachtet).

Klinisches Bild

Klinische Manifestation: Das experimentell nachgewiesene schwache Sensibilisierungsvermögen der Garten-Ringelblume steht in guter Übereinstimmung mit dem eindeutiger Fallbeschreibungen von Kontaktdermatitiden in der Literatur.

In der Pflanze wurde ein Sesquiterpenlakton nachgewiesen, dessen Höchstgehalt mit 0,01% angegeben wird. Ob dieses allergologisch eine Rolle spielt oder vielleicht eine der vielen anderen nachgewiesenen Verbindungen wie Terpene, Saponine, Flavonoide und ätherische Öle  (s.u. Calendulae flos), ist derzeit noch ungeklärt.

Handelsnamen

Befelka®-Oel, Calendula, Calendumed, Cesrasanol®, Dr. Klinger´s Bergischer Blasen- und Nierentee, Dr. Klingers Leber- und Gallentee, Harntee 400, Kytta-Salbe®, Lymphdiral® L Salbe, Nieren-Tee, Phönix Kalophön-Salbe, Presselin®, Rheuma-tee Stada®, Ringelblume-Heilsalbe, Unguentum lymphaticum, Wund-Heilsalbe S

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Goadsby PJ (2003) Herbal medicine. N Engl J Med 348: 1498-1501
  2. Hausen BM, Vieluf K (1997) Allergiepflanzen, Pflanzenallergene. Ecomed Verlag, Landsberg/München, S. 85–87
  3. https://arzneipflanzenlexikon.info/ringelblume.php
  4. Wenigmann M. (2017) Phytotherapie Arzneidrogen, Phytopharmaka, Anwendung. Urban & Fischer, S. 179-180
  5. https://pflanzen.fnr.de/industriepflanzen/arzneipflanzen/pflanzen-datenbank
  6. https://www.awl.ch/heilpflanzen/calendula_officinalis/ringelblume.htm
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